-Der Buckel- ein Gedicht von Leonie Fischer

-Der Buckel-

Ein Gedicht von Leonie Fischer, meiner Nichte.

 

Von irgendwo kommt Musik, in deren Mitte, auf großem Weich mit viel Zuhause, ein Buckel sitzt.

Wie eingefroren, keine Lust sich zu bewegen oder keine Kraft oder einfach…

kaputt.

So starr das Äußere, so voller Bewegung das Innere.

Wie es tanzt, im Regen, lacht, diese tausend kurzen Ideen hat, der Wunsch danach etwas zu schaffen, die aber nie, niemals ausgeführt werden und so schnell verschwinden wie sie gekommen sind.

Diese Gespräche, diese Erklärungen, die niemals gesprochen werden, weil es die Worte nicht gibt.

Und im Innern ist der Buckel aufrecht und aktiv in den Träumen oder, wenn er der Realität seine Gedanken widmet, auch mal gebrochen, ein lautes, Wellen die an Klippen schlagendes Zusammenbrechen.

Doch alles ist gegangen vom Buckel, der nicht mal von der Musik berührt zu werden scheint,

die mal traurig ist,

und mal laut

und

„MACH DOCH ENDLICH MAL WAS!“

Worauf nur etwas,

irgendwo vorne am Buckel,

vermutlich ein Gesicht,

verdeckt von Haaren,

verächtlich durch die Nase ausatmet und müde den Mundwinkel hochzieht.

So buckelt der Buckel weiter vor sich hin, die abenteuerlichsten Abenteuer und teuersten Abende und schönsten Tage und regenreichsten Tänze in sich einschließend.

Bis der Rücken weh tut.

Und endlich, ENDLICH, kommt Bewegung ins Spiel:

Hinlegen.

(Vielleicht noch die Decke über den Kopf ziehen)

Wie lange ist eigentlich die Musik schon aus?

 

 

Sie hat mich gebeten, ihr Gedicht zu fotografieren.

Wir haben beschlossen, dass sie nicht länger einen Buckel machen möchte und deshalb versucht, das Gedicht auf eine positive Weise fotografisch umzusetzen.