Von glücklichen Hühnern und kuschelnden Schweinen

 

Letzte Woche durfte ich fotografierenderweise auf dem Grundstück der Familie Gerster lustige Erfahrungen mit Fuß-pickenden Hühnern und schlammig-kuschelnden Schweinen machen.

Das Bruderhahn Projekt aus Strauben bei Ravensburg finde ich eine tolle Sache und durch mein Patenhuhn „Rosa“, gekennzeichnet mit einem grünen Ring, sind mir leckere, frische & „glückliche“ Eier für die nächsten Jahre garantiert.

Rosa und ihre knapp 80 Schwestern dürfen die Sonne auf einer grünen Wiese geniessen, gackern und picken. Und ich sags euch, die pickenden Schnäbel sind ganz schön spitz!

Ich hatte nicht mitgedacht und bin leichten Fußes im Gehege dahergestapft und war ziemlich froh über Gersters geliehenen Gummistiefel inklusive Socken gegen Schwitzfüsse. Meine vormals kaum verhüllten Füße waren ein genauso großer Pick-Anreiz wie die Nieten auf meiner Jeans. Wie Elstern, aber anders. Die Hühner verwechselten mich wohl mit dem großen Fressen, als sie in Massen auf mich zugestürzt kamen in Erwartung leckerer Körner oder was auch immer sie in mir gesehen haben. Zum Glück waren es keine Puten oder Strauße, ich glaube, ich wäre geflüchtet!

Vor natürlichen Räubern wie Fuchs und Habicht schützen nicht nur die Fürsorge von Hühnerpapa Siegbert Gerster, sondern auch die zwei Hähne im Korb, die stolz vor sich hingockeln und die Kämme schwellen dürfen.

Rosa kam vor ein paar Wochen nach Strauben, ist noch ein Teenager kurz vor der Reifeprüfung. Man sieht es an dem wenig ausgeprägten Kamm am Kopf. Die ersten Eier lassen noch auf sich warten. Schwierig für mich, denn ich bin ein kleines Eiermonster. Aber ich kann warten und kaufe mir auch keine fremden Eier mehr. Die Vorfreude steigt!

 

Je nach Jahreszeit, Lust und Befindlichkeiten der Damen kann die Eierzahl variieren. Spannend, mal nicht aus dem Vollen zu Schöpfen und der Natur ihren Lauf lassen.

Nach Ablauf des ersten Jahres kann ich mich zwischen Rosa als Suppenhuhn oder noch mehr Eiern in weiteren Legeperioden bis hin zur Altersteilzeit entscheiden. Letzteres wird es wohl werden, denn sie sieht so hübsch aus, meine Rosa! Zumal von Rosa keine großen Fleischberge zu erwarten sind, sie ist ein Lege- und kein Masthuhn. Dasselbe gilt für ihre Brüder.

Diese dürfen ebenfalls eine glückliche Zeit auf Erden verbringen, anstatt gleich nach dem Schlüpfen geschreddert zu werden. Sie landen dann zwar auch beim Metzger und auf Tellern, dazu noch mit weniger Fleisch auf der Brust, dafür aber besser fürs Gewissen. Wie Gersters Schweine mit Borsten, Schlamm und Ringelschwänzchen.

 

Seid ihr schon mal von schlammigen Schweinen angekuschelt worden?

 

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Ich auch nicht. Ich bin zwar in Grünkraut aufgewachsen, aber ich weiß trotzdem nicht wie Rosenkohl als Pflanze aussieht und einen persönlichen Kontakt zu Schweinen hatte ich bis Dato auch nicht.

Entzückend, sag ich euch! Meine Jeans war danach zwar ziemlich eingeschweint, aber was nimmt man nicht für ein bisschen Liebe in Kauf 🙂

Neben den 80 Hühnerdamen und 2 Gockeln gibt es auf Gersters Hof auch 3 Schweine, die sich fröhlich grunzend über eine Wiese wühlen.

Die Wühlerei hat zwar irgendwann ebenfalls ein Ende, aber Herr Gerster bringt sie dann persönlich zum Schlachter und ist bis zum Schluß mit dabei und sorgt für ein nahezu stressfreies Lebensende.

Da die Familie Gerster viel Zeit mit den Schweinen verbringt, diese sogar auf ein „nein“ hören, wenn sie dann doch zu arg am Gummistiefel nagen, gekuschelt und gespielt wird, besteht ein Grundvertrauen. Deshalb sind die Schweine nicht gestresst, wenn es ans Ende geht.

Hört sich ein bisschen nach Vertrauensbruch an.

Aber nur, weil diese 3 Schweine mit den netten Schwänzchen  jetzt ein Gesicht & eine Geschichte haben.

 

 

Momentan gibt es bei den Gesters keine Patenschaften mehr für Hühner und Schweine, aber Weiteres ist in Planung.

Schaut doch mal vorbei auf

www.unser-familienhuhn.de

 

 

Freundlich grüßen

Claudia & Rosa